
Da glauben wir immer, wir wären ganz außerhalb. Und dann stehen wir plötzlich in der Mitte. Heilige, die im Dunkel leuchten.
Ein schönes Gefühl, in der Nacht über unsere Autobahnbrücken zu fahren, und unten strahlt es aus allen Lokalen: noch mehr Menschen wie wir! Ein heller Schein. Die Figuren, Fremde wie wir, Reisende, strömen in die Busbahnhöfe, um sich zu verteilen, von Ort zu Ort, und wir kommen über sie wie der Regen, der zeitig in der Früh die Schuhe durchnäßt. Oder eines Tages an einer Wegkreuzung wo wir uns stauen, Menschenfluten.
Doch uns ist gegeben, auf keiner Stätte zu ruhn, oder ruhn wir schon längst, im Boden, der uns nicht hergibt? Oder warn wir nie draußen?
Wir aber. Wir aber. Wir schauen mit offenen Augen und suchen immer nur uns. Wachsen und werden zum Wald.
Elfriede Jelinek, Wolken.Heim